Assassins Creed Unity – Full Stop

Nach reichlicher Überlegung und etlicher Diskussionen wird unser Test zu Assassins Creed Unity nicht erscheinen. Stattdessen, gibt es eine Einsicht in unsere Entscheidung und wieso es so weit gekommen ist.

Normalerweise werden solche Dinge von uns nicht beachtet, jedoch haben die Publisher den Bogen doch hart überspannt und das kann nicht einfach unter den Teppich gekehrt werden.

Publisher und das Embargo

An sich ist ein Embargo, also ein Vertrag welcher den frühsten Veröffentlichungstermin des Testartikels angibt, nicht immer eine negative Sache. In den meisten Fällen, sorgt ein Embargo für eine ausreichende Qualität des Artikels, indem jedes Magazin oder Youtuber die gleiche Chance auf Traffic bekommt und somit eine gewisse Zeitspanne zur Verfügung gestellt wird.

In manchen und leider immer öfter vorkommenden Situationen, wird ein Embargo jedoch genutzt, um die Vorbestellungen und Day 1 Käufe zu maximieren, ohne das ein Test oder eine Preview sich negativ auf die Verkaufszahlen auswirken kann.

Ubisoft hat sich in diesem Fall an dieser Taktik bedient und schaufelt sich somit einen weiteren Wagen voller „PR Mist“. Im Fall von Assassins Creed: Unity lag das Embargo, also der frühestmögliche Zeitpunkt, wo wir unseren Test hätten publik machen können, bei ganzen 12 Stunden NACH dem Veröffentlichungstermin von Unity.

Somit fallen viele Vorbesteller und Day 1 Käufer in die PR Falle von Ubisoft, denn viele Punkte aus der PR Trommel und deren Versprechen wurden nicht eingehalten.

 

Wenn Beta´s in den Handel kommen

Spiele im Betastadium sind das neue Geschäftsmodel. So sieht es zumindest aus, denn Valve lässt Early Access Verkäufe zu, EA verkauft seine Beta´s als Retail und Ubisoft fängt nun auch langsam an diesem Trend zu folgen. Jedoch man den Sinn eines Early Access Titels noch verstehen kann, wenn sich kleinere Entwickler somit finanzieren, um eine Fertigstellung des Produkts zu garantieren. Wobei dies jedoch auch missbraucht wird und der eine oder andere Entwickler einfach verschwindet ohne ein fertiges Produkt abzuliefern.

Nun steht noch eine Frage im Raum, wieso veröffentlichen Publisher wie Ubisoft so offensichtlich unfertige Spiele und wieso wird man in der Werbung so dreist belogen?

Assassins Creed Unity wurde erstmals auf der E3 2014 gezeigt und setzte visuell neue Maßstäbe im Assassins Creed Universum. Was jedoch in der „Verkaufsversion“ geliefert wurde, ist weit von dem Entfernt, was man versprochen bekam und das ist sehr enttäuschend.

Nicht nur, dass die Grafik nicht der E3 Präsentation entspricht, die allgemeine Performance auf dem PC ist eine absolute Zumutung, gespickt mit unzähligen Abstürzen, FPS Einbrüchen, aufpoppende Charaktere sowie Texturen und einer KI die dümmer kaum sein kann.

Besonders die Texturen und die Fehler in den Charakteren sind bei Unity besonders schlimm. Gesichter und Frisuren werden komplett ausgetauscht sobald man sich nähert, einige Modelle haben Löcher in den Körpern, Personen tauchen aus dem nichts auf und verschwinden wieder und teilweise fehlen ganze Gesichter; wobei man dann nur schwebende Augen und Zähne sieht.

 

Das technische Drama

Kommen wir nun zur eigentlichen Leistung auf verschiedenen Computern, die wir in unserem Test genutzt haben.

Wir nutzten bei den Prozessoren einen Intel Pentium G3258, I7 4790k, I7 5820k sowie den I7 5960X. Bei den Grafikkarten wurden Geforce Karten vom Typ GTX 780Ti, GTX 970 und GTX 980 getestet.

Durch die Bank war ein Spielen mit 30FPS bei 1080p sowie „Ultra Hoch“ Einstellungen unmöglich, erst als wir die Einstellungen auf „Hoch“ setzten, wurde das Spiel flüssiger jedoch wurden wir von massiven Framedrops verfolgt. Ein angenehmes Spielgefühl kam also nie richtig auf.

Das Einsetzen eines 1000€ Intel Extreme Prozessors brachte nur minimale Besserung und ist keines Falls sein Geld wert gewesen, wenn man sich diesen für Assassins Creed Unity gekauft hätte. Auch ein Grafikprozessor für 500€ bringt im Vergleich zum kleineren 300€ Ableger keine Besserung und lässt somit auf eine Fahrlässigkeit seitens Ubisoft schließen,

 

DLC´s und Micro Transaktion

Das DLC´s mittlerweile ein großer Dorn im Auge jedes Spielers ist und von den meisten Publishern missbraucht wird, dürfte ja jedem bekannt sein. Ubisoft gehört hier leider zu denen, die DLC´s vor der Erscheinung des eigentlichen Titels ankündigen und einem versuchen den „Vorbesteller Bonus“ aufs Auge zu drücken. Und da dies noch nicht genug ist, bietet man gleich einen Season Pass mit an, wo man für einen Festpreis die folgenden DLC´s vorbestellen kann.

Neben den DLC`s hat Ubisoft sich noch einen Schritt weiter gewagt und bei einem Singleplayer Spiel wie Assassins Creed Unity ein Portal für Micro Transaktionen eingebaut. Wo man einst einen Cheatcode eingab, braucht man also nun eine Kreditkarte.

 

Der Umgang mit der Presse

Neben dem Embargo hat sich Ubisoft einen weiteren Fauxpas geleistet, indem sie nur eine Handvoll an Pressekopien verteilt hat. Gleiches passiert bei Far Cry 4 und bei Assassins Creed Rouge, wobei dort gar keine Exemplare verschickt werden. Anscheinend möchte Ubisoft nicht, dass wir ihr Spiel testen und im schlimmsten Fall, die Vorbesteller vor diesem Zustand welcher Assassins Creed Unity ist zu warnen.

Wieso ein großer Publisher wie Ubisoft so etwas als fertiges Produkt abstempelt, seine Kunden belügt und sogar der Presse versucht mit einem Embargo einen Knebel in den Mund zu setzen, ist absolut Unverständlich und darf nicht mehr weiter geduldet werden. Unseren Test werden wir also vorerst nicht veröffentlichen und hoffen auf den einen oder anderen Patch, sowie einer gravierenden Änderung in Ubisofts Firmenpolitik.