Logitech G502 Proteus Core Test

 

Eine Maus, wie viele andere Dinge auch, wird durch ihre Handhabung und das Gefühl in der Hand definiert. Liegt sie gut in der Hand? Beansprucht sie die Gelenke? Ist sie visuell ansprechend?

Für die Logitech Proteus Core G502 ist die Antwort wie folgt: Ja, nein, Definitiv; doch gleich vorab diese Maus ist leider nichts für Linkshänder.

 

Die Form und das Layout

Nach Jahren der Treue zu der klassischen Logitech Performance Maus Form, die mit der MX Reihe seit 2004 geschätzt und geliebt wird, bewegte sich Logitech mit ihrem Design immer mehr und mehr davon weg. Als die ersten Bilder zu der G502 Proteus Core veröffentlicht wurden, sah es so aus, als würde Logitech diesem Trend weiter folgen, doch dem ist absolut nicht der Fall.

Mit der G502 hat sich am eigentlichen Design nicht viel geändert, es wurde lediglich die Daumenablage verlängert und die dringend benötigten zusätzlichen Tasten angebracht. Die Haptik wurde verbessert und die hart gummierte Textur auf den Seiten der Maus ist auch eine angenehme Sache.  Abgesehen von dem LED G Logo hat die Maus ein wundervolles neues Gewand bekommen.

Die neuen Tasten wurden sorgfältig und gut durchdacht platziert, was man von den meisten „Gaming“ Mäusen, sowohl bei den eigenen Produkten als auch bei der Konkurrenz, nicht behaupten kann, denn  die Tasten lassen sich alle wunderbar erreichen und betätigen, ohne den Griff oder die Position der Hand zu verändern.

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Die Technik hinter dem Namen

Die Standardkonfiguration der Maus, die man selbstverständlich in der Logitech Software frei konfigurieren kann, ist wie man es ganz normal von einer Maus der Logitech G Serie gewohnt ist. Auch die Software an sich lässt einem totale Kontrolle über die Maus. Die Tasten können frei konfiguriert werden, mit Makros belegt und des Sensors Abtastrate angepasst werden.

Eine Neuheit die in der Logitech Maus Serie seinen ersten Auftritt feiert, ist der Knopf auf Höhe des Daumens. Er lässt die DPI Anzahl der Maus temporär senken oder Anheben, je nach Belieben. Der „DPI-cue“ ist nicht zu verwechseln mit den Tasten zum Einstellen der DPI.

Einzig das Mausrad lässt sich nicht konfigurieren und es kommt nach wie vor mit der Bremse zwischen Freilauf und Standard Klick Rad, jedoch ist das nicht das was an der Maus am meisten stört. Es ist das Rad an sich, welches einem die meisten Kopfschmerzen bereitet, speziell die Textur des Rades ist hier das Problem. Bei den Vorgängern war das Rad gummiert und man hatte einen perfekten Griff darauf, nun ist diese Gummierung jedoch nicht mehr vorhanden und man kann leicht vom Rad abrutschen.

Einen weiteren Kritikpunkt der Logitech G502 Proteus Core kann man jedoch nicht feststellen, abgesehen dass Logitech keine genauen Angaben über die verbauten Taster unter den Maustasten macht. Die Taster sind ausgelegt für weit über 20 Millionen Klicks und die Klick-Haptik ist sehr zufriedenstellend, denn im Gegensatz zur Razer DeathAdder  betätigt man nicht aus versehen die Maustasten.

 

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Die Handhabung

Die anderen Taster sind individuell gewichtet, sodass man bei untereinander liegenden Knöpfen nicht ausversehen den Falschen betätigt. Die vorderen Taster sind leichter zu drücken als die hinteren und man kann Logitech nicht genug dafür danken. Wie oft drückt man ausversehen die verkehrte Taste und muss den Fehler erstmal korrigieren? Das gilt nun mehr oder weniger der Vergangenheit an.

Die G502 ist eine der schwereren Mäuse aus dem Hause Logitech und bringt selbst ohne die im Unterboden anzubringenden Gewichte ein Gewicht von 145 Gramm auf die Waage. Die zusätzlich nachrüstbaren Gewichte kommen mit 5 Einheiten zu je 3,6 Gramm inklusive. Somit nimmt die G502 ein Leergewicht an, welches gleich ist mit der vollgewichteten G500.

Auch das Kabel ist massiver als bei den Vorgängern und das ist gerne gesehen aber ohne einen Kabelanker kann es ab und zu etwas ablenken.

Die Füße der Maus sind wunderbar rutschig und leichtgängig. Sie wurden, wie die Vorgänger auch, für eine riesige Distanz von 250km ausgelegt bevor sie beginnen sich langsam abzunutzen.

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Sensor

Angetrieben wird die Maus von einem 32-bit ARM Prozessor und mit dem, laut Logitech, stärksten optischen Sensor auf dem Markt. Der Sensor hat keine Beschleunigung oder Filterung und kommt mit jeder Unterlage zurecht, da er kalibrierbar ist. Dank des ARM Prozessors kann der Sensor also in wenigen Sekunden, allein durch Bewegungen über die Unterlage erkennen um welche Unterlage es sich handelt und wie er diese zu bewältigen hat. Diese Maus hat ein kleines Monster unter der Haube, denn neben der reinen Prozessor– und Sensorkraft arbeitet das Gerät mit bis zu wahnsinnigen 12.000 DPI Genauigkeit.

Auch wenn wir nicht die Ausrüstung zum Testen des Sensors besitzen, allein durch das Handling der Maus muss man sagen, dass Logitech diese Zahl nicht aufbläht oder, von der Textur des Mausrades abgesehen, sonstige Abstriche tätigt.

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Fazit

Die Logitech G502 Proteus Core ist ein Würdiger Nachfolger der G Serie, hat einige Neuerungen an Board und bringt nur zwei bzw. drei Mankos mit sich. Zum einen ist dort das Mausrad, welches keine Textur hat und zum anderen ist da die LED, die sich weder farblich anpassen oder gar deaktivieren lässt. Und zu guter letzt, wer ein Linkshänder ist, der wird leider nicht in den Genuss dieser Maus kommen.

Logitech hat sich mit der MX510 und ihrem Nachfolger der MX518 einen großen Namen gemacht und die Geschichte wiederholt sich knapp 10 Jahren bereits zum dritten Mal. Es gibt viele Spieler, die noch immer der MX5xx Reihe der Treue schwören und auch wenn die G502 sich nicht exakt gleich anfühlt, ist sie den Umstieg doch allemal wert.

Somit ist die Maus ein wundervolles Gerät und kann sich mit Stolz eine Gamer-Maus nennen. Preislich schlägt die G502, wie bei Logitech in dem Segment üblich, mit 70-80 Euro zu Buche.