Nach einer ausgiebigen Einleitung, die harte Kämpfe gegen die  offensichtlich technisch viel zu weit fortgeschrittene deutschen Wehrmacht beinhaltet, findet sich der Held B.J Blazkowicz aus einem Koma erwachend, in einem polnischen Krankenhaus wieder und sieht der neuen Weltordnung tief in das Auge. 

Eins dieser Dinge ist anders, eins dieser Dinge gehört hier nicht hin

Der Krieg ist also vorbei, die Nazis sind die stärkste Macht auf der Welt und sogar auf dem Mond. Wolfenstein war schon immer dafür bekannt seine abgedrehte Geschichte über die meist gehassten Bösewichte die jemals das Gesicht der Erde betreten haben, auf ein Level der Absurdität zu bringen, wie es gegenteiliger zu den eigentlichen Ereignissen nicht sein kann.

Neben der genial absurden alternativen Realität, erweckt das Studio „Machine Games“ einige Spielelemente wieder zum Leben, die man schon beinahe als ausgestorben betrachtet. So findet also der gute alte Lebenspunkt- und Rüstungsanzeiger wieder zu neuer frische und bringt neues altes Licht in das öde Shooter geschehen. Somit reicht es nicht aus einfach kurz in der Ecke zu verharren, um sich wieder bei voller Gesundheit wiederzufinden. Nein, so funktioniert das hier einfach nicht, hat es nie und wird es auch nie. Also erwischt man sich selbst dabei wie man einfach mal eben so eine 5 kg Dose gebackene Bohnen vertilgt, das Ganze mit einer Schüssel Hundefutter verfeinert, sich Helme und Metall Platten zum Lebenserhalt unter den Nagel reißt, nur um die frisch gewonnene Lebensenergie wieder bei der Nazi Jagt aufs Spiel zu setzen. — Willkommen bei „Wolfenstein: The New Order“.

Sich mit den lauten und klobigen Waffen durch ein Bataillon von Nazis zu schießen funktioniert auf einem ganz simplen Level. Einige der Waffen wie zum Beispiel die automatische Schrotflinte geben ein markantes, solides Feedback und richten einen massiven und widerlichen Haufen Schaden an einem der menschlichen Gegner an. Besonders auf der Konsolenfassung ist es fast eine wahre Freude sich mit den stärkeren Waffen des Spiels durch die Geschichte zu schießen, denn das „force feedback“ des Controllers gibt dem sowieso schon heftigen Spielgeschehen noch einmal einen Schuss Sahne oben auf. Und dennoch bringt die Kombination aus den alten und den neuen Spielelementen ein unangenehmes Gefühl und eine gewisse Schwierigkeit durch das gesamte Spiel auf.

Alt ist nicht zwingend immer gut

B.J fungiert als „Ein Mann Arme“, einem laufenden Arsenal mit zwei von allem und dennoch ist er alles andere als unbezwingbar. Durch die ewige Suche nach Essen, Medi kits, Rüstung und Munition durchläuft man mehre Phasen und Anlaufversuche um durch das Spiel hindurch zukommen, welche eine interessante Dynamik in Feuergefechte bringen, jedoch ist dies auf Dauer etwas anstrengend.  Ein Manko welches dieses System bietet, zeigt sich erst wenn man mit einem Controller spielt, denn es ist unmöglich mitten in einem Feuergefecht einen Gegenstand aufzuheben ohne den Finger von den Analogsticks zu nehmen. Es heißt also entweder zielen oder den Gegenstand einsammeln. Besonders nervenaufreibend wird dies, wenn man von Nazis flankiert wird, was eine Konstante ist, man diese mit Freuden in das Jenseits befördert und dann die gewählte Waffe des Vertrauens ein leichtes und enttäuschendes „Klick“ von sich gibt. Hier nun Nachschub zu beschaffen ohne überrannt zu werden ist nahezu unmöglich.

Da es generell schwierig ist, einen  Schadenspuffer aufzubauen und zu halten ohne defensiv vorzugehen,  verliert die sowieso schon riskante Strategie mit lautem Gebrüll alles niederzustrecken mehr und mehr an Bedeutung bzw. Effektivität. Und das trotz der Option zwei Waffen gleichzeitig zu nutzen. Auch wenn einen das Spiel je nach Vorgehensweise mit Bonusfähigkeiten ausstattet, so ist es dennoch am intelligentesten einfach vorsichtig einen Gegner nach dem anderen auszuschalten.